Polen II

 

Hallo,
es ist Mittwoch, der siebte April und damit auch der siebente Reisetag. Jetzt ist es 21 Uhr und es sind etwa 6 Grad Celsius ueber Null. Ich sitze nach einem 110Km langen Fahrtag in meinem geraeumigen, erstaunlich warmen Zelt, habe gerade ausgiebig, heiss und gut gegessen und lasse die vergangenen Tage Revue passieren.
 
Seit Montag bedecken dicke, zaehe Wolkenschichten den Himmel – grau in grau, in allen Abstufungen, mal hoffnungsvoll etwas heller, dann wieder furchterregend dunkel. Noch sind alle Baeume kahl, Felder graubraun, die Temperaturen – kalt. In den Doerfern verbreiten dick-braun qualmende Schornsteine Winterstimmung, ueberall der Geruch von Kohlen- und Holzoefen. Wenige Menschen halten sich draussen auf. Nichts laedt hier zum Verweilen ein. Manchmal werde ich an China im spaeten Herbst erinnert – die Gerueche sind fast die Selben.
 
Das Wetter entspricht voellig meiner Stimmung. Die anfaengliche Euphorie hat sich gelegt, langsam stellt sich Routine im Tagesablauf ein. Die vielen aufwendigen Vorbereitungen sind erledigt, alle Freunde verabschiedet und der Kopf wird langsam frei. Gedanken tagsueber und nachts auch manchmal Traeume drehen sich um das letzte Jahr – sind bei vielen schmerzhaften Ereignissen.
Diese Reise hat diesmal keinen Ort als Ziel – Ziel wird sein, Schmerz und Trauer zu ueberwinden. Mit der Zeit – Ich muss geduldig mit mir sein.


Erinnerung an eine gute Freundschaft…

Mein Rad – diesmal findet die Brennstoffflasche Platz unter dem Oberrohr – so habe ich mehr Stauraum in den Packtaschen und habe die Flasche beim Betanken schneller zur Hand

Unterkunft der letzten Nacht

Grau, braun und menschenleer – ein kleines polnisches Dorf

Es gibt Nudeln…

Julia mag leider keine Fotos von Ihr, daher noch Eines von mir…

Alles ist nasskalt - eine Pause im Bushaltestellenhaeuschen

Viele Felder, kleine Waldstuecke, lange Alleen mit alten Baeumen, Reihen von Telegraphenmasten und kleine Doerfer – mein Bild von Polen

Insgesamt erstaunlich gute Strassen – hier eine seltene Ausnahme

Bei starkem Nebel auf der Brücke über die Weichsel

Gestern, am 9.4., ueberqueren wir die Grenze zur Ukraine. Die Einreise auf einem Fahrrad waere angeblich nicht gestattet, da wir kein Nummernschild oder sonstige Fahrzeugpapiere haetten, so die polnische Grenzbeamtin.

Freundlicherweise bietet uns ein Ukrainer an, unsere Raeder bei ihm in den VW-Bus zu laden.
So koennen wir nun auf den Immigrationspapieren ein KFZ-Kennzeichen angeben. Die Ukrainischen Beamten sind damit zufrieden. Jetzt sind wir in Lviv, legen hier einen Tag Pause ein und machen uns morgen weiter auf den Weg gen Osten.


Bis bald!
Jens

 

 


2 Antworten auf „Polen II“


  1. 1 Asti 11. April 2010 um 8:45 Uhr

    Hallo Jens,

    schade, dass das Wetter noch so schlecht ist. Hoffentlich hast Du in der Ukraine nun mehr Glück mit dem Wetter.
    Eine Frage habe ich zu Deinem zweiten Bild (bepacktes Fahrrad): Wie hast Du an Deinem Radl den Forumslader montiert?

    Viele Grüße

    Asti

  2. 2 Jens 19. April 2010 um 17:00 Uhr

    Hallo Asti,

    befestigt ist das Ladegerät mit einem Kunststoffteil, auf der einen Seite konkav, auf der Anderen ganz flach – aus meiner Teilekiste. Zum Schluss habe ich alles mit Klebeband fixiert – hält bisher super :)
    Grüße
    Jens

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