Unterwegs mit CUMULUS Daunenschlafsäcken – ein Review

Sieben Monate lang haben wir mit unseren Fahrrädern Südamerika erkundet. Genächtigt haben wir dabei zum großen Teil im Zelt. Hier waren uns Nacht für Nacht vier Daunenschlafsäcke des polnischen Herstellers CUMULUS treue Begleiter. Welche Erfahrungen wir mit den Schlafsäcken gemacht haben und ob wir noch einmal mit ihnen auf Tour gehen würden, könnt ihr in diesem Bericht nachlesen.

Viel Freude dabei!



Wir wollten unter anderem durch das Andenhochland fahren. Die Komforttemperatur der Schlafsäcke musste also etwa -10 °C betragen, da wir erwarteten bis auf weit über 4000 m Meereshöhe unterwegs zu sein. Bei dem ganzen zusätzlichen Gepäck das bei zwei Kindern notwendig wird, kam beim Schlafsackfüllmaterial nichts anderes als federleichte Daune in Frage.

 

 

Wir entschieden uns für CUMULUS Schlafsäcke – nicht zuletzt wegen deren hervorragendem Verhältnis zwischen Isolationsleistung und Gewicht. Livia bekam den allerwärmsten Schlafsack, den Teneqa 850 (850 g Daunenfüllung). Schließlich frieren Kinder viel schneller als Erwachsene. CUMULUS fand unser Vorhaben so klasse, dass sie uns unterstützen wollten. So wurden die Schlafsäcke gleich auf unsere Körperlänge angepasst. Magdalena erhielt sogar eine auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Baby-Sonderanfertigung! Emilia und ich entschieden uns für den etwas kompakteren Teneqa 700 (700 g Daunenfüllung).

 

 

Um das riesige Volumen für den tagtäglichen Transport einfach und schnell zu komprimieren, wählten wir die sehr leichten wasserdichten Ortlieb Packbeutel mit Ventil aus. Dank der großen Öffnung waren die Schlafsäcke tatsächlich rasch eingepackt und immer vor Regen geschützt.

 

 

Als robuste zweite Schicht zum Schutz vor Beschädigung und Nässe kam ein großer Packsack, ebenfalls von Ortlieb, zum Einsatz. Zurrgurte fixierten Die Schlafsackrolle sicher an der Anhängervorderseite. So diente die Rolle auch gleich als Spritz- und Windschutz für Magdalena.

 

 

Magdalena bewegte sich natürlich nachts viel hin und her. Daher hatte sie immer viele Schichten zusätzlich an. Nur wenn es wirklich sehr kalt war, haben wir ihren Schlafsack ganz geschlossen – sonst haben wir ihn hauptsächlich als Decke verwendet oder nur die untere Hälfte zu gemacht.

 

 

Gerade wenn es kühl ist müssen Schlafsäcke viel gelüftet werden, damit die über die Nacht von jedem Menschen abgegebene Feuchtigkeit entweichen kann. Denn je kälter die Luft ist, desto geringer ist ihre Aufnahmekapazität für Wasser. Hier auf Feuerland war es so eisig, dass wir sogar zur Mittagsrast unser Zelt aufstellten. Bei zwei Stunden Pause ist es eine gute Idee, die Schlafsäcke aufzuhängen.

 

 

Auf dem bolivianischen Altiplano hingegen ist es tagsüber eher mild, denn die Sonne hat enorme Kraft. Dafür sind die Nächte weitaus kälter. Jene, von der Livia gerade erwacht ist, war – 13 °C kalt!

 

 

Hier mussten die Schlafsäcke zeigen was sie können! Niemand von uns hat gefroren – und solch kalte Nächte hatten wir hier des Öfteren! Natürlich ist da auch eine gute Isomatte erforderlich, die Kapuze muss gut geschlossen werden und hungrig sollte man auch nicht ins Bett gehen… Auf dem Bild erkennt man übrigens gut, wie viel Kraft die Sonne in den bolivianischen Anden hat: Während das Zelt im Schatten noch tiefgefroren ist, ist der sonnenbeschienene Part stellenweise schon komplett abgetrocknet!

 

 

Hier verstaut Emilia gerade einen unserer Schlafsäcke im Ortlieb-Beutel. Schön zu sehen ist, was für ein fantastisches Volumen die Schlafsäcke entfalten, und wie kompakt sie sich dennoch verstauen lassen!

 

 

Wenn das Zelt morgens schon trocken ist und es wenig Wind gibt, kann man die Schlafsäcke auch gut direkt auf das Dach zum Lüften legen.

 

 

Den Platz den Babys beim Schlafen brauchen, sollte man nicht unterschätzen! Magdalena dreht sich leidenschaftlich gern quer, oder breitet ihre Arme über die volle länge aus. Dadurch, dass man ihren Schlafsack bis zum Fußende komplett öffnen kann, ist die Decke die wir dann erhalten in alle Richtungen groß genug für solche Fälle.

 

 

Die Schlafsäcke haben viel erlebt! Hier zum Beispiel Magdalenas ersten Geburtstag! Wir verbrachten den ganzen Tag im Zelt, weil es draußen höllisch stürmte. An Radfahren war nicht zu denken!

 

 

Wenn die Sonne ordentlich scheint, waren die Schlafsäcke meist innerhalb von wenigen Minuten durchgetrocknet.

 

 

So sah es bei uns morgens beim Aufwachen aus. Magdalena wird erstmals gewickelt. Livia darf noch ein wenig im kuscheligen Schlafsack bleiben, bis kurz vor Frühstücksbeginn.

 

 

Die kostbaren und feinen Schlafsäcke waren in dem Ortlieb Packsack gut geschützt. Das war auch sinnvoll, denn der Packsack musste einiges wegstecken: Scheuerbelastungen (Sträucher, Dornen, Spanngurte, etc.), Massen an Staub, Dauerregen, extreme UV Strahlung und bei höheren Stufen ab und an mal direkter Kontakt mit dem Hinterreifen.

 

 

Hätten wir eine ähnliche Wärmeleistung mit Kunstfaserschlafsäcken erreichen wollen, hätte ich gar nicht gewusst wohin mit dem ganzen Volumen. Das Packmaß der vier Winterschlafsäcke ist wirklich phänomenal!

 

 

So sah Magdalena zu Beginn der Reise aus (Dez. 2015).

 

 

Und so schaut sie heute aus (Nov. 2016). Eins hat sich nicht geändert: Sie liebt ihren Schlafsack!

 

 

Kommen wir zu den Details: Die mit Daunentunneln isolierten Reißverschlüsse sind hochwertige von YKK. Falls doch mal etwas kaputt geht, gewährt Cumulus mindestens fünf Jahre Garantie. Auch das Außenmaterial ist klasse: Es fühlt sich angenehm an, raschelt nicht besonders laut, hat dank Ripstop eine geringe Weiterreißtendenz, ist extrem leicht, trotzdem strapazierfähig und sehr schnelltrocknend.

 

 

Innen im Schlafsack gibt es eine kleine verschließbare Tasche. Hier passt ein Smartphone hinein, oder Ohropax, oder der mp3-Player mit den Gute-Nacht-Geschichten…
Übrigens: Der Teneqa 700 Schlafsack besteht aus insgesamt 37 Daunenkammern!

 

 

Der Daunen-Wärmekragen und die Kapuze lassen sich mit den elastischen Kordeln und einem Stopper auf die Umgebungsbedingungen anpassen. Intelligent: Auch bei absoluter Dunkelheit erkennt man dank unterschiedlicher Bauweise, um welchen der beiden Stopper es sich handelt.

 

 

Der Wärmekragen wird mit Klett verschlossen. Falls man ihn nicht benötigt, lässt sich der Klettverschluss einfach umschlagen, und nichts verhakelt sich.

 

 

Zeit ein Fazit zu ziehen. CUMULUS Schlafsäcke können wir wärmstens empfehlen. Sie waren mit die besten Ausrüstungsgegenstände, die wir auf der Reise dabei hatten und wir würden sie jederzeit wieder mitnehmen wenn kalte Temperaturen zu erwarten sind. Diese sechs Merkmale gefielen uns dabei am besten:

- Hervorragendes Verhältnis zwischen Isolationsvermögen und Gewicht
- Sehr gute Komprimierbarkeit
- Hohe Haltbarkeit
- Sehr moderater Preis
- Fertigung nach individuellen Wünschen möglich
- hochwertige durchdachte Verarbeitung

Lediglich zwei Kritikpunkte haben wir: Die von Cumulus mitgelieferten Packbeutel fanden wir nicht so praktisch. Sie lassen sich nicht komplett verschließen, so dass immer ein kleiner Teil des Schlafsacks ungeschützt der Umgebung exponiert ist. Da reißt z.B. beim Verstauen im Rucksack mal leicht etwas auf, wenn man nicht ganz achtsam ist.
Außerdem macht Cumulus keine Angaben zum Tierschutz, im Gegensatz zu vielen anderen Outdoor-Herstellern die Daunen verarbeiten. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass ausschließlich polnische Gänsedaune zum Einsatz kommt. Eine Versicherung, dass weder lebend gerupft noch gestopft wird, wäre wünschenswert!

Ansonsten haben wir nichts zu kritisieren, ganz im Gegenteil. Ich werde wohl nie wieder mit meinem schweren Kunstfaserschlafsack losziehen… Und falls mal eine Wäsche notwendig ist: Keine Angst, CUMULUS erklärt euch wie ihr euren Schlafsack ganz einfach zuhause in der Badewanne waschen könnt. Das nimmt ein wenig Zeit in Anspruch, kostet dafür aber fast nichts! Soweit zunächst zu den Schlafsäcken. Falls ihr noch Fragen habt, immer her damit! Eine englische Übersetzung folgt bald.

Beste Grüße
Jens & Co.


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