INDIA TREK http://indiatrek.blogsport.de Reisen auf dem Rad Fri, 01 Mar 2019 11:34:15 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Belarus 2018 – Teil 3 http://indiatrek.blogsport.de/2019/03/01/belarus-2018-teil-3/ http://indiatrek.blogsport.de/2019/03/01/belarus-2018-teil-3/#comments Fri, 01 Mar 2019 10:38:26 +0000 Jens Blog http://indiatrek.blogsport.de/2019/03/01/belarus-2018-teil-3/

Willkommen zum dritten und letzten Teil unseres Reiseberichts aus Osteuropa! Nachdem wir vier Wochen Belarus bereist hatten, geht es nun weiter gen Ostsee. Wir wollen die nächsten zwei Wochen die Küste entlang radeln und von Riga wieder heim fliegen.

 

 

Die Ausreise aus Belarus gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht: An zwei von uns angesteuerten Grenzübergängen war lediglich bilateraler Grenzverkehr gestattet – obwohl es sich durchaus um große Straßen handelte. So mussten wir noch zu einem dritten Übergang radeln und verbrauchten wertvolle Reisetage, die eigentlich der Fahrt gen Ostsee dienen sollten. Das war jetzt aus Muskelkraft nicht mehr möglich, daher ging es nun per Zug an die Küste – mit Zwischenstopp und Sightseeing in Vilnius (Foto).

 

 

Von Vilnius geht es per Direktzug ans Meer, nach Klaipeda. Wir kommen ziemlich spät im Dunklen an und fahren im Schein unserer Fahrradlampen aus der Stadt hinaus gen Norden. Nach einer halben Stunde finden wir diesen wunderschönen Zeltplatz in den Dünen. Wir sind so gespannt auf das Meer, dass wir noch in der Nacht Ausschau nach dem Wasser halten. Es weht ein ordentlicher Wind – und so hört man deutlich die laute Brandung, trotzdem es sicher 10 Minuten zu Fuß durch die Dünen bis zum Wasser waren.

 

 

Am nächsten Morgen ist natürlich erst mal Baden angesagt!

 

 

Idyllisch geht es weiter entlang des Küstenradwegs. Zahlreiche hübsche Orte direkt am Meer zwischen den Kiefern laden zu gemütlichen Pausen ein. Manchmal gehen wir sogar mittags noch einmal baden!

 

 

Hier passieren wir die grüne Grenze zwischen Lettland und Litauen.

 

 

Gibt es schönere Orte zum Zelten, als in den Dünen direkt am Sandstrand?

 

 

Hier wurde es spannend für unsere Kinder: Nein, wir haben nicht die Umgebung in Brand gesetzt. Etwas nördlich von Liepaja gerieten ein paar Sträucher und Grasflächen in Brand. Wir kamen dort mit unseren Rädern genau zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr vorbei – davon erzählt Magdalena noch heute!

 

 

Manchmal war es auch etwas zu kühl zum Baden – dann fiel die abendliche Sandburg ein wenig größer aus…

 

 

Von Zeit zu Zeit zelten wir auch auf regulären Campingplätzen. Das ist manchmal nicht ganz so idyllisch, dafür finden die Kinder oft weitere Kinder zum Spielen.

 

 

Ordnung muss sein! :) Unser Innenzelt, vorbereitet für die Nacht…

 

 

Raue See, einsame Wälder und ordentlich Wind! Wir fühlen uns nicht unbedingt wie an der Ostsee, sondern eher wie an der Pazifikküste. Morgens frischt es sogar noch weiter auf und ich ärgere mich ein wenig, aus Panoramagründen einen so exponierten Zeltplatz gewählt zu haben. Dem Zelt macht das nichts aus – aber ich habe mehr Mühe mit den heftigen Windstößen…

 

 

Magdalena fühlt sich sichtlich wohl auf ihrem Platz auf dem Oberrohr bei Papa. Zum Schlafen oder bei Kälte und Nässe kann sie in den bequemeren Anhänger wechseln.

 

 

Livia hingegen hat auf dem Tandem keine schützende Kabine um sich herum – dafür aber wasserdichte Segelbekleidung und den Platz mit der besten Aussicht!

 

 

Während Deutschland fast verglüht und die Trockenheit allen zu schaffen macht, wird es bei uns so richtig ungemütlich und kühl. Wir entscheiden mit Regenkleidung „durchzufahren“ und dafür abends einen offiziellen Campingplatz anzusteuern. Dort finden wir dann diesen praktischen Schuppen, vor dem wir es uns bequem machen, ein Feuerchen entzünden und alles wieder trocknen.

 

 

Tja, an Baden ist bei dem Wind und diesen Temperaturen nicht zu denken! Wir befinden uns am Kap Kolka, dem Eingang zur Bucht von Riga. Hinter diesem Kap sollten sich Wind und Brandung ein wenig legen.

 

 

Magdalena liebt den Strand (welches Kind auch nicht?)! Man beachte die Kleidung: Mütze, Windjacke, Regenhose – und das im Hochsommer! Wir überlegen, im Sommer 2019 irgendwohin zu fahren, wo es Sonnengarantie gibt :)

 

 

Morgens gibt es hier frische Äpfel vom Baum. Welch ein Luxus!

 

 

Und hier befinden wir uns schon kurz vor Riga, in Jurmala. Der Tag der Rückreise steht unmittelbar bevor. Wir freuen uns natürlich auf Zuhause, aber sind auch traurig, dass der Urlaub schon wieder vorbei ist.

 

 

Während Magdalena in der Hängematte entspannt, packen wir schon alles flugbereit zusammen. Als nächstes steuern wir einen Baumarkt in der unmittelbaren Nähe des Flughafens an. Dort kaufen wir viele Meter Stretchfolie, die wir zum Flughafen mit unseren Rädern schaffen. Im Terminal suchen wir uns dann einen gemütlichen Ort an dem sich die Kinder beschäftigen können, während wir die Räder auseinander nehmen und in Folie verpacken. Dann gibt’s noch ein paar Stunden Schlaf, und früh am nächsten Morgen starten wir per Flieger zurück nach Deutschland!

Das war’s von unseren Abenteuern in 2018 – der nächste Beitrag wird von einer kleinen Frühlingstour durch Slowenien und Kroatien handeln, welche Magdalena und ich in Kürze mit dem Stufentandem in Angriff nehmen.

Bis dahin!

 

 

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Belarus 2018 – Teil 2 http://indiatrek.blogsport.de/2018/10/19/belarus-2018-teil-2/ http://indiatrek.blogsport.de/2018/10/19/belarus-2018-teil-2/#comments Fri, 19 Oct 2018 20:33:39 +0000 Jens Blog http://indiatrek.blogsport.de/2018/10/19/belarus-2018-teil-2/

Wir bestaunen die riesigen Abraumhalden und immensen Fabrikgelände von Soligorsk und machen uns weiter auf den Weg gen Osten. Unsere Route führt in einem großen Bogen durch Belarus, in der vierten Reisewoche planen wir dann, das Land im Norden gen Ostseeküste zu verlassen.

 

 

Während Magdalena im Alltag kaum noch Mittagsschlaf macht, ist das während unserer Reise Routine. Man beachte die warme Kleidung! Deutschland verglüht fast vor anhaltender Hitze und Trockenheit – derweil hängt ein ausgewachsenes Tief über Osteuropa.

 

 

Immer wieder ziehen dunkle Gewitter über uns hinweg, danach bricht die warme Sonne durch, nicht selten mit einem strahlenden Regenbogen!

 

 

Über zu wenig Niederschlag können wir uns also nicht beschweren. Ganz im Gegenteil: Hier war das Vorankommen eine zähe Angelegenheit!

 

 

Um die großen Autostraßen mit Schwerlastverkehr zu meiden weichen wir auf die kleineren Wege aus – kein Problem mit Navigation via GPS – und auch sonst kein Problem – nur etwas gemütlicher muss man es angehen…

 

 

Was ich so wunderbar an Radreisen mit Kindern finde: Automatisch – durch die Knappheit an ‚regulärem‘ Spielzeug, werden in kürzester Zeit alle möglichen Gegenstände die wir vor Ort finden zu interessanten Objekten der Beschäftigung.

 

 

Wir freuen uns riesig, wieder mit einem Hilleberg unterwegs zu sein. Aufgrund der Ähnlichkeit zum Keron-Modell kommen Südamerika-Erinnerungen auf und im Zelt selbst fühlen wir uns manchmal wie zwei Jahre zurückversetzt.

 

 

Das Nallo 4 GT haben wir auf dieser Tour ausgiebig getestet. Einen Bericht dazu findet ihr auf www.Bergzeit.de.

 

 

So wie in Russland oder der Ukraine gibt es auch in Belarus in fast jedem Ort ein Mahnmal, das an den zweiten Weltkrieg erinnert.

 

 

Ein Großteil der weißrussischen Bevölkerung wurde durch den Krieg ausgelöscht. Wer das näher nachlesen möchte kommt direkt hier an die wichtigsten Infos.

 

 

Außerhalb der Städte gibt es so gut wie keine Wasserver- oder -entsorgung. Das bedeutet: Plumpsklos, Wasser aus dem Brunnen holen und nicht zuletzt das Wasser mühevoll filtern. Hervorragend finde ich, dass viele der privaten Brunnen öffentlich zugänglich sind. Wie hier auf dem Bild hat man den Zaun extra ein wenig zurückgesetzt, so dass sich jeder mit frischem Wasser versorgen kann. In Deutschland wäre es genau umgekehrt: Man würde ja keinen Fremden an den eigenen Brunnen lassen – viele der sozialistischen Gedanken waren gar nicht so verkehrt…

 

 

Nein, das ist keine Wespe, auch keine Biene, sondern eine überdimensional große Fliege. Schön zu erkennen ist nebenbei das Ripstop-Material von Hilleberg.

 

 

Notgedrungen müssen wir manchmal auf offenem Feld schlafen – die Wälder waren hier in der Gegend extrem sumpfig und überaus stark von Moskitos besiedelt. Obwohl wir dann immer recht spät am Abend das Zelt aufgeschlagen hatten wurden wir trotzdem ab und an von ein paar Menschen gesehen – was aber nie zu Problemen führte.

 

 

Ein sehr zutraulicher Schmetterling – unseren Kindern haben wir erzählt, wenn man die Falter streichelt, könnten sie nicht mehr fliegen. Stimmt das eigentlich wirklich?

 

 

Und noch einer auf meinem Lenker. Schmetterlinge gab es wirklich ohne Ende in Belarus. teilweise fuhren wir durch ganze Schwärme.

 

 

Der härteste Weg der gesamten Tour: Auf einer Länge von über zehn Kilometern gab es so gut wie kein Stück feste Oberfläche. Loser Sand – wohin man auch schaut. Wir haben geschoben was das Zeug hält und kamen entsprechend erschöpft und verspätet am Tagesziel an…

 

 

Pausentage! Die Highlights für unsere Kinder. Im Hotel übernachten, durch die Stadt schlendern, leckeres Essen, weiche Betten, WiFi und warme Duschen – viel mehr braucht es nicht für einen entspannten Tag.

 

 

Das hier ist ein offizieller Campingplatz in Belarus: Ein Wald, ein Badesee, ein riesiger Haufen Feuerholz und ein paar Dixis… Trotz einfachster Ausstattung war die Stimmung überall super: Baden, Grillen, Fischen, … Livia wurde gleich zum Ball spielen abgeworben.

 

 

Gemeinsamer Kochabend mit der Familie.

 

 

Hier regnet es gerade in Strömen und will gar nicht mehr aufhören. Gleichzeitig blitzt und donnert es wie zum Weltuntergang. Gut, dass wir diese kleine Bushaltestelle rechtzeitig gefunden hatten.

 

 

Ein weiterer ‚Campingplatz‘ an einem hübschen weißrussischen See. Mittlerweile lieben wir die frei verfügbaren Karten von OpenStreetMaps. An so viele Orte sind wir schon gekommen, die wir ohne die Karten niemals gefunden hätten! Kleiner Tipp: Die Karten lassen sich auch vor der Tour herunterladen und dann offline nutzen – zum Beispiel mit unserer Lieblingsapp OSMand.

 

 

Auch dieser Platz war auf den Karten verzeichnet. Hier durfte man sogar kostenlos übernachten! Wir befinden uns kurz vor der lettischen Grenze – morgen geht es zurück in die EU!

 

 

Angekommen! Kurz hinter der Grenze auf lettischem Boden finden wir diesen hübschen sandigen Platz, der sich perfekt für ein Lagerfeuer eignet. Ich bereite Feuer und Abendessen vor, Emilia richtet schon einmal das Zelt ein…

 

 

Einer von vielen wunderbaren Abenden auf unserer Reise. Dank Feuer so gut wie moskitofrei!

 

 

Morgens stellen wir leider fest: Das Pino hat ein plattes Vorderrad. Flux wird das repariert – übrigens unsere einzige Panne auf der gesamten Reise!

 

 

Schmetterlinge mögen offenbar unsere Räder…

 

 

Hier verlassen wir Lettland auch schon, um auf schnellstem Wege an die Ostseeküste zu gelangen. Die verbleibenden zwei Ferienwochen wollen wir entlang der Litauischen und Lettischen Küste fahren – immer am Meer entlang. Das sorgt noch einmal für Abwechslung, viele Sandburgen und Badespaß mit riesigen Wellen!
Wie es uns dort genau ergangen ist, erfahrt ihr im dritten und letzten Teil dieser kleinen Blog-Sommerreihe, der in Kürze erscheinen wird.

Beste Grüße und bis bald!

Jens & Co.

 

 

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